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SUMMARY:Festvortrag zu Ehren von Prof. Dr. phil. Gottfried Boehm
DESCRIPTION:Begrüssung: Josef Helfenstein\, Direktor Kunstmuseum Basel Ein
 führung: Ralph Ubl\, Professor Kunsthistorisches Seminar Universität Bas
 el Festvortrag: Claudia Blümle\, Professorin Institut für Kunst- und Bi
 ldgeschichte Humboldt-Universität zu Berlin Apéro\\r\\nDer Vortrag ist 
 öffentlich und ohne Anmeldung zugänglich.  \\r\\n Festvortrag Besucht 
 man heute Goethes Haus am Frauenplan in Weimar\, begegnet man im Junozimme
 r einer Kopie eines pompejanischen Wandbildes\, das links und rechts  von
  einem grünen Vorhang gerahmt ist. Das Zugsystem mit doppelt durchgezoge
 nen Schnüren weist darauf hin\, dass dieser wie automatisch geöffnet und
  geschlossen werden kann. Goethe selbst entwarf diese Inszenierung des Bil
 des und er gewährte nur wenigen ausgewählten Gästen einen Blick hinter 
 den Vorhang. So wurde dieser nach dem Abendessen als ein besonderes Ereign
 is aufgezogen\, und das Bild erschien durch den draußen auf den Dächern 
 liegenden Schnee in einer schönen Beleuchtung.  Goethe schließt an eine
 n damals verbreiteten Umgang mit Gemälden an\, sie mit   Hilfe eines Vo
 rhangs zu verhüllen und zu enthüllen. Ziel dieser Praxis war es jeweils\
 ,  den Akt des Anschauens zu akzentuieren und die Bilder als Objekte eine
 r gesteigerten Sichtbarkeit dem Blick darzubieten. Mit der ästhetischen 
 Autonomie der Kunst und einem auf Sichtbarkeit gerichteten Zeigen in den M
 useen beginnen um 1800 die Bildvorhänge zu verschwinden. Der Vortrag widm
 et sich Goethes Kunstverständnis und der damit verbundenen Betrachtung vo
 n Kunst\, die mit einem Bildvorhang installiert wird und dabei räumlich e
 ine ikonische Differenz fortsetzt\, die sich an ein sehendes Sehen adressi
 ert.  Gottfried Boehm ist Kunsthistoriker\, Philosoph und emeritierter Pro
 fessor für Neuere Kunstgeschichte sowie Gründungsdirektor des schweizer
 ischen nationalen Forschungsschwerpunkts Bildkritik / Eikones an der Unive
 rsität Basel. 2016 war er Fellow am Getty Institute\, Los Angeles\; 2017 
 erhielt er den Judd-Hume-Prize der Universität Edinburgh.
X-ALT-DESC:<p><strong>Begrüssung</strong>: Josef Helfenstein\, Direktor Ku
 nstmuseum Basel<br /> <strong>Einführung</strong>: Ralph Ubl\, Professor 
 Kunsthistorisches Seminar Universität Basel<br /> <strong>Festvortrag</st
 rong>: Claudia Blümle\,&nbsp\;Professorin Institut für Kunst- und Bildge
 schichte Humboldt-Universität zu Berlin<br /> <strong>Apéro</strong></p>
 \n<p>Der Vortrag ist öffentlich und ohne Anmeldung zugänglich.&nbsp\;&nb
 sp\;</p>\n<p><br /> Festvortrag<br /> Besucht man heute Goethes Haus am Fr
 auenplan in Weimar\, begegnet man im Junozimmer einer Kopie eines pompejan
 ischen Wandbildes\, das links und rechts &nbsp\;von einem grünen Vorhang 
 gerahmt ist.&nbsp\;Das Zugsystem mit doppelt durchgezogenen Schnüren weis
 t darauf hin\, dass dieser wie automatisch geöffnet und geschlossen werde
 n kann. Goethe selbst entwarf diese Inszenierung des Bildes und er gewähr
 te nur wenigen ausgewählten Gästen einen Blick hinter den Vorhang. So wu
 rde dieser nach dem Abendessen als ein besonderes Ereignis aufgezogen\, un
 d das Bild erschien durch den draußen auf den Dächern liegenden Schnee i
 n einer schönen Beleuchtung.&nbsp\;<br /> Goethe schließt an einen damal
 s&nbsp\;verbreiteten Umgang mit Gemälden an\, sie mit &nbsp\;<br /> Hilfe
  eines Vorhangs zu verhüllen und zu enthüllen. Ziel dieser Praxis war es
  jeweils\, &nbsp\;den Akt des Anschauens zu akzentuieren und die Bilder al
 s Objekte einer gesteigerten Sichtbarkeit dem Blick darzubieten.&nbsp\;Mit
  der ästhetischen Autonomie der Kunst und einem auf Sichtbarkeit gerichte
 ten Zeigen in den Museen beginnen um 1800 die Bildvorhänge zu verschwinde
 n. Der Vortrag widmet sich Goethes Kunstverständnis und der damit verbund
 enen Betrachtung von Kunst\, die mit einem Bildvorhang installiert wird un
 d dabei räumlich eine ikonische Differenz fortsetzt\, die sich an ein seh
 endes Sehen adressiert.<br /> <br /> Gottfried Boehm ist Kunsthistoriker\,
  Philosoph und emeritierter Professor für&nbsp\;Neuere Kunstgeschichte so
 wie Gründungsdirektor des schweizerischen nationalen Forschungsschwerpunk
 ts Bildkritik / Eikones an der Universität Basel. 2016 war er Fellow am G
 etty Institute\, Los Angeles\; 2017 erhielt er den Judd-Hume-Prize der Uni
 versität Edinburgh.</p>\n\n
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