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Publikation: Inszenierungen von Sichtbarkeit in mittelalterlichen Bildkulturen, Festschrift zu Ehren von Prof. Dr. Barbara Schellewald, hrsg. von Henriette Hofmann, Caroline Schärli und Sophie Schweinfurth, Berlin 2018.

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Mittelalterliche Bildkonzepte und -praktiken waren oft darauf ausgelegt, dass Bilder nicht permanent sichtbar sind. Die Autor_innen entwerfen in dem Buch ein kunsthistorisches Panorama – vom Schmuckanhänger und Gewand über das Reliquiar bis hin zum Mosaik – und deuten so Konzepte einer spezifisch mittelalterlichen Sichtbarkeit von Bildern.

Für moderne Kunstbetrachter ist die Sichtbarkeit und Zugänglichkeit von Bildern etwas Selbstverständliches. Das war nicht immer so. So wurden im Mittelalter z. B. die Flügel von Altären nur zu bestimmten Gelegenheiten geöffnet. Das Mosaik, das eine zentrale Rolle im mittelalterlichen Sakralraum spielte, unterläuft hingegen die Sichtbarkeit von Bildern durch seine eigenen medialen Qualitäten, denn seine reflektierenden Oberflächen blenden je nach Lichteinfall den Betrachter und entziehen sich so einer unmittelbaren Anschauung. Vormoderne Bildinszenierungen bezogen die Spannung zwischen Präsenz und Blickentzug sowie Licht und Dunkel also gezielt mit ein. 
Die Autor_innen des Bandes befassen sich mit einer Vielzahl an Bildmedien, die vom Schmuckanhänger und Gewand über das Reliquiar und Tafelbild bis zu Mosaik und Wandmalerei reichen, und analysieren somit mittelalterliche Bilder als Exponenten einer prekären Sichtbarkeit.

Die Herausgeberinnen
Henriette Hofmann, wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Ältere Kunstgeschichte an der Universität Basel. Caroline Schärli, 2011–2017 wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Ältere Kunstgeschichte an der Universität Basel. Sophie Schweinfurth, wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Kunstgeschichte des Mittelalters an der Universität Zürich.

Die Autor_innen
Michele Bacci, Freiburg i. Ü.; Vera Beyer, Wuppertal; Anne-Marie Bonnet, Bonn; Katharina Corsepius, Bonn; David Ganz, Zürich; Karin Krause, Chicago; Grischka Petri, Bonn; Ulrich Rehm, Bochum; Sabine Söll-Tauchert, Basel; Silke Tammen, Gießen; Gia Toussaint, Hamburg; Susanne Wittekind, Köln; Gerhard Wolf/Annette Hoffmann, Florenz

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