Mexiko
Altäre, Madonnen und Kreuzgänge
Der Fachbereich Frühe Neuzeit des Seminars für Kunstgeschichte, unter der Leitung von Prof. Aaron Hyman, besuchte im Juni die Städte Mexiko-City und Puebla, sowie idyllische und abgelegenere Ortschaften im Umland, wie Actopan, Calpan und Cholula. Nicht die Euphorie der beginnenden Fussball WM, sondern frühneuzeitliche Kirchen, Missionsklöster und verschiedenste Museen zogen Studentinnen von Basel und der UZH nach Mexiko. Zu den Highlights gehörten die Ausgrabungsstätte des aztekischen Templo Mayors, die golden funkelnde Capilla del Rosario, sowie Blicke hinter das Retabel von San Juan Bautista in Cuautinchan.
Vor Ort wurde ein Verständnis für die neue künstlerische Formensprache der Spanier in Mesoamerika, sowie den Einfluss bereits bestehender indigener Kulturen geschaffen und über Konzepte der «Hybridität», des «künstlerischen Dialoges» oder «kulturellen Austausches» diskutiert. Weder Regen, lange Busfahrten, noch laute Musik auf den Strassen konnten die Studentinnen davon abhalten vielseitige Besuche zu erleben und spannende Diskussionen zu führen. Dabei lernten die Studentinnen immer wieder aufs Neue den Blick zu schärfen und eigene Perspektiven zu reflektieren. Vielfach wurde jedoch auch schlichtweg innegehalten, um voller Staunen ausgeschmückte Innenräume oder überdimensionale «capillas abiertas» zu bestaunen.
Für die Erforschung von Kunst sind solche Studienreisen von unschätzbarem Wert, da Objekte, Architektur und Kunst von ihrem ursprünglichen Ort nicht isoliert betrachtet werden sollten und oft erst durch die direkte Interaktion mit Mensch und Raum verstanden werden können. Im Gespräch mit Expertinnen vor Ort und durch das Erspüren von Distanzen, Landschaften und Dimensionen wurde eine tiefe Auseinandersetzung mit der Kunst und deren Geschichte ermöglicht.
Text: Lena Weishaupt
Bilder: Lisa Weishaupt
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