Wir gratulieren Annina Kapferer und Robert Knöll herzlich zu den besten Masterarbeiten im 2020/2021!
Foto Preisträgerin
Preisträger

 

Annina Kapferer
«Die Farben des Jacopo Pontormo. Im Spannungsfeld zwischen Licht und Sinnlichkeit»
Referent: Prof. Dr. Andreas Beyer
Korreferent: Dr. Markus Rath

 

 

 

 

 

 

 

 

Robert  Knöll
«Je est un Autre. Das Ich und der Leib in Picassos Frühwerk»
Referent: Prof. Dr. Ralph Ubl
Korreferent: Dr. Sebastian Zeidler


Promotionen 2021

Wir gratulieren herzlich zum Promotionsabschluss!

David Misteli
Foto David

Foto: Christian Knörr, Kunstmuseum Basel

In der Dissertation Ausdruck und Medialität in der Malerei van Goghs, betreut von Prof. Dr. Ralph Ubl und Prof. Dr. Claudia Blümle, untersuchte David Misteli das Verhältnis des Malers Vincent van Gogh zu Ausdruck, einem Zentralbegriff der ästhetischen Moderne.

Angeleitet von bisher unbeachtet gebliebenen Ausstellungs- und Rezeptionskontexten, konzentriert sich die Arbeit auf van Goghs zweijährigen Aufenthalt in Paris von 1886 bis 1888. Für diesen Zeitraum rekonstruiert sie die Signifikanz, mit der Bezüge zum französischen Roman und zu den Terrains vagues am Pariser Stadtrand van Goghs Malerei konzeptionell und motivisch prägten. Der Rückgriff auf diese Semantiken liefert den Grundstock für eine neue Situierung des Malers im Kontext der Pariser Avantgarden, zwischen Realismus, Impressionismus und Neoimpressionismus, die sich zugleich als künstlerische Position im Richtungsstreit um das Verständnis von Ausdruck in der modernen Malerei aufweisen lässt.

Entlang der monografischen Orientierung an van Goghs Pariser Werk, legt die Dissertation den Fokus auf entscheidende theoretische und methodische Problemfelder der Kunstgeschichte wie die Autor:innenschaft im Spannungsfeld von Intention, Affekt und Biografie, die Bedeutung von Ausstellungs- und Rezeptionsgeschichten für kunsthistorische Interpretation sowie die Wechselbeziehung zwischen Malerei und Literatur. Das Werk des Malers so aus dem Schatten des kulturellen Phänomens “Van Gogh” hervortreten zu lassen und es für grundlegende Fragen der Kunst der Moderne fruchtbar zu machen, die unseren Blick auf Kunst bis heute informieren, war das Ziel der vorgelegten Arbeit.

Simon Vagts
Abbildung

Le Gai Savoir, 1969

In Die Bedingungen des Bildes. D3D-Technik, Photographie und Mode im Werk Jean-Luc Godards, betreut von Prof. Dr. Markus Klammer und Prof. Dr. Julia Gelshorn, untersucht Simon Vagts die Vorstellung eines Kinos radikaler Inklusion, das sich sowohl in der Verwendung des äußerst diversen Materials als auch in den zum Einsatz kommenden Medien und Bildpraktiken herausbildet. 

Der Fokus liegt auf den randständigen, weitgehend marginalisierten Bilderkonvoluten, die zu bisher kaum thematisierten Diskursen, wie jenen um Godards Verhältnis zur Black Panther Party, dem zeitgenössischen Horrorkino als Ort der Gewalt und Emanzipation oder der Verquickung von avantgardistischer Ästhetik mit spätkapitalistischer Wertgenerierung in den Werbespots für Nike führt. Trotz ihrer monographischen Anlage geht die Arbeit so grundlegenden kunsttheoretischen Fragen nach der Bestimmung von Autor*innenschaft, der Funktion ökonomischer und sozialpolitischer Prozesse und dem von Susan Sontag als cultural disburdenment bezeichneten Vorgang einer Enthierarchisierung visueller Artefakte nach.

Die Arbeit versucht somit weder den von Godard selbst angelegten, theoretischen Pfaden zu folgen noch, ihn als Ikone eines intellektuellen bürgerlichen Kinos zu verhandeln. Das sich über einen Zeitraum von fast 70 Jahren spannende Werk dient vielmehr als Schneise, entlang der sich zentrale Probleme von Nachkriegs- und Gegenwartskunst formulieren und nachvollziehen lassen.

Maja Wismer
Foto Maja Wismer

Foto: Christian Knörr

Die Dissertation mit dem Titel «Die Assimilation der Multiples. Von ephemeren Auflagenobjekten bei Joseph Beuys und ihrer Rolle in gesellschaftlichen Dynamiken Westdeutschlands ab Mitte der 1960er Jahre hin zum repräsentativen Sammlungskonvolut in internationalen Museen» wurde von Prof. Dr. Ralph Ubl und Prof. Dr. Sebastian Egenhofer betreut.   

Im Zentrum der Dissertation steht die Untersuchung der Multiples von Joseph Beuys. Innerhalb von Beuys‘ Oeuvre gibt es weit über 500 Auflagenobjekte und Drucksachen, die in allen seinen Schaffensperioden seit Mitte der 1960er Jahre entstanden sind, sich dabei aber durch verschiedene Materialien, Funktionen und Auflagenhöhen unterscheiden. Es war Beuys‘ oft zitierte Formulierung, wonach die Multiples als „Vehikel“ zur Verbreitung seiner Ideen funktionieren und die unmittelbare Auseinandersetzung bei den einzelnen Rezipienten stimulieren sollen. Als Objekte und Grafiken verschiedener Formate teilen die in Auflagen von zwei bis unlimitiert erschienenen Arbeiten in ihrer Vielfältigkeit materielle Eigenschaften, Motive und Themen mit den Unikaten, die Beuys‘ Oeuvre konstituieren – seien es Zeichnungen, Collagen oder Installationen und Performances. Die Arbeit verfolgt die These, dass die Multiples von Beuys ihre Komplexität als künstlerische Setzung aus der wechselseitigen Beziehung von drei Aspekten entfalten: ihrer vielfachen Existenz, der Nutzbarmachung dieser Vervielfachung durch Distribution und polyvalenter Verwendung und dem zeithistorischen Kontext, in dem sie entstanden sind.

Kunstmuseum Neubau

Kunstgeschichte in Basel

Studieren wo die Kunst ist

Basel bietet als Stadt der Künste den Studierenden der Kunstgeschichte ideale Voraussetzungen. Inmitten einer der dichtesten Museumslandschaften Europas vermittelt das kunstgeschichtliche Seminar eine betont kunstnahe Ausbildung.

Der Fachbereich Kunstgeschichte in Basel versteht die Vergangenheit als eine gegenwärtige Herausforderung, das wissenschaftliche Feld der Kunstgeschichte auch methodisch weiterzuentwickeln, und die Orientierung an der Geschichte mit den aktuellen Problemen eines Zeitalters nach der digitalen Revolution zu verbinden. Basel ist einer der Orte, an denen, mit Jacob Burckhardt und Heinrich Wölfflin, die Kunstgeschichte als Disziplin „erfunden“ worden ist.

PhD in Art History

PhD in Art History