Das Kunsthistorische Seminar ist wieder geöffnet

Corona

Wir freuen uns Ihnen mitzuteilen, dass das Kunsthistorische Seminar per sofort während der vorlesungsfreien Zeit von 9.00  - 12.00 Uhr geöffnet ist. Sollten Sie ausserhalb dieser Öffnungszeiten einen Termin benötigen, wenden Sie sich bitte an die Sekretariate. Im Seminar gilt weiterhin die Maskenpflicht für Studierende und Besucher. 

Informationen der Universität Basel zum Corona Virus


Teaching Excellence Awards 2021

Markus Rath wurde in der Kategorie «Starke Fundamente» der Universität Basel auf der Shortlist nominiert.


Promotionen 2021

Wir gratulieren herzlich zum Promotionsabschluss!

Simon Vagts

Abbildung

Le Gai Savoir, 1969

In Die Bedingungen des Bildes. D3D-Technik, Photographie und Mode im Werk Jean-Luc Godards, betreut von Prof. Dr. Markus Klammer und Prof. Dr. Julia Gelshorn, untersucht Simon Vagts die Vorstellung eines Kinos radikaler Inklusion, das sich sowohl in der Verwendung des äußerst diversen Materials als auch in den zum Einsatz kommenden Medien und Bildpraktiken herausbildet. 

Der Fokus liegt auf den randständigen, weitgehend marginalisierten Bilderkonvoluten, die zu bisher kaum thematisierten Diskursen, wie jenen um Godards Verhältnis zur Black Panther Party, dem zeitgenössischen Horrorkino als Ort der Gewalt und Emanzipation oder der Verquickung von avantgardistischer Ästhetik mit spätkapitalistischer Wertgenerierung in den Werbespots für Nike führt. Trotz ihrer monographischen Anlage geht die Arbeit so grundlegenden kunsttheoretischen Fragen nach der Bestimmung von Autor*innenschaft, der Funktion ökonomischer und sozialpolitischer Prozesse und dem von Susan Sontag als cultural disburdenment bezeichneten Vorgang einer Enthierarchisierung visueller Artefakte nach.

Die Arbeit versucht somit weder den von Godard selbst angelegten, theoretischen Pfaden zu folgen noch, ihn als Ikone eines intellektuellen bürgerlichen Kinos zu verhandeln. Das sich über einen Zeitraum von fast 70 Jahren spannende Werk dient vielmehr als Schneise, entlang der sich zentrale Probleme von Nachkriegs- und Gegenwartskunst formulieren und nachvollziehen lassen.


Maja Wismer

Foto Maja Wismer

Foto: Christian Knörr

Die Dissertation mit dem Titel «Die Assimilation der Multiples. Von ephemeren Auflagenobjekten bei Joseph Beuys und ihrer Rolle in gesellschaftlichen Dynamiken Westdeutschlands ab Mitte der 1960er Jahre hin zum repräsentativen Sammlungskonvolut in internationalen Museen» wurde von Prof. Dr. Ralph Ubl und Prof. Dr. Sebastian Egenhofer betreut.   

Im Zentrum der Dissertation steht die Untersuchung der Multiples von Joseph Beuys. Innerhalb von Beuys‘ Oeuvre gibt es weit über 500 Auflagenobjekte und Drucksachen, die in allen seinen Schaffensperioden seit Mitte der 1960er Jahre entstanden sind, sich dabei aber durch verschiedene Materialien, Funktionen und Auflagenhöhen unterscheiden. Es war Beuys‘ oft zitierte Formulierung, wonach die Multiples als „Vehikel“ zur Verbreitung seiner Ideen funktionieren und die unmittelbare Auseinandersetzung bei den einzelnen Rezipienten stimulieren sollen. Als Objekte und Grafiken verschiedener Formate teilen die in Auflagen von zwei bis unlimitiert erschienenen Arbeiten in ihrer Vielfältigkeit materielle Eigenschaften, Motive und Themen mit den Unikaten, die Beuys‘ Oeuvre konstituieren – seien es Zeichnungen, Collagen oder Installationen und Performances. Die Arbeit verfolgt die These, dass die Multiples von Beuys ihre Komplexität als künstlerische Setzung aus der wechselseitigen Beziehung von drei Aspekten entfalten: ihrer vielfachen Existenz, der Nutzbarmachung dieser Vervielfachung durch Distribution und polyvalenter Verwendung und dem zeithistorischen Kontext, in dem sie entstanden sind.

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